“Ich brauche jeden Zuschauer!”

by Frank on 23. Januar 2012

Das war er also. Der Moment, auf den wir so lange gewartet haben.
Thomas Gottschalk im Ersten. Live. Aus dem anscheinend tatsächlich von ihm selbst eingerichteten “Wohnzimmer”.

Die Begrüßung sitzend, hinter einem großen, silbernen Schreibtisch. Darauf ein paar aktuelle Zeitungen und Zeitschriften, dahinter ein Regal mit Büchern und ein Fenster mit Blick aufs nächtliche Berlin. Auf dem Fenstersims ein Bravo-Otto, ein kleines Mikrofon und ein paar andere Dinge, die er vermutlich von Zuhause mitgebracht hat, weil er dort keinen wirklichen Platz mehr für sie hat.

“Endlich ist es soweit…” seine ersten Worte. Bei uns in der Redaktion stehen die schon längst auf dem Index, aber einem Thomas Gottschalk verzeiht man die natürlich. Die ersten gefühlten 10 Minuten im Dauerstaccato klangen dann ein wenig auswendig gelernt, jedenfalls sehr konzentriert.

Er will uns künftig mit “EU-Rettungsschirm”, “Wulff” und Co. verschonen, sagt er und greift zu einem People-Magazin, das über einen angeblichen Cousin Gottschalks berichtet, der verarmt in Polen lebt. Das kann Thomas Gottschalk natürlich so nicht stehen lassen und stellt auf ganz lustige Weise klar, dass dieser “Jan” nicht sein Cousin sein kann, er ihn aber auch nicht verklagen möchte – aber vielleicht ja dann doch das herausgebende Blatt.

Dann steht er auf, zeigt die (beiden großen) Zimmer, aus denen er uns jetzt viermal wöchentlich zwischen 19.20 Uhr und der Börse vor der tagesschau unterhalten möchte. Interaktiv soll das Ganze werden. Deshalb sitzt im zweiten Raum seine Multimedia-Redaktion. Junge Menschen, die tippend vor ihren Computern mit Bildschirmen sitzen, auf denen der Hersteller abgeklebt ist, aber im Verlauf der Sendung auch immer mal wieder klatschen und jubeln. Vermutlich weil das cool ist – und es kein Studio-Publikum gibt. Gleich am ersten Schreibtisch sitzt seine neue “Social-Media-Expertin” Caro, blond, hübsch lächelnd aber scheinbar sehr darauf bedacht, nicht in die Kamera zu schauen, weil man ihr vorher vielleicht gesagt hat, dass man das so nicht macht. Geschadet hätte es aber nicht, im Gegenteil.

“Gottschalk live” soll interaktiv werden. So erzählt er im Kreise seiner Redaktion, die ihn in den letzten Worten mit Begriffen wie Hashtags oder Facebook gefüttert hat, aber “Facebook” dürfe man ja im Ersten gar nicht sagen. “Es gibt da ja noch andere Dienste”, so sagt er und macht hoffentlich einen Witz, denn eine interaktive Sendung, ohne Facebook zu benennen wäre dann doch ein wenig paradox.

“Gottschalk live” will jeden Abend anders sein. Mal mit Live-Schalten, Einspielfilmchen und Studiogästen. Diesmal war es “Wetten, dass..?”-Dauergast Bully Herbig, der natürlich seinen neuen Film promotet – Nicolas Cage wollte Gottschalk ursprünglich einladen, aber der hätte ja eh “nur seinen neuen Film promotet”. Aha.
Dann eine Herbig und Gottschalk-Plauderei, die man so schon so oft gehört hat. Nichts Neues. Nicht wirklich lustig. Und dann auch noch unterbrochen von zweieinhalb Werbeblöcken, die für Gottschalk offensichtlich zu spontan kommen, da er ein wenig überrascht darüber scheint. Nach dem letzten, etwas sehr langen Werbeblock und einer optimierungswürdigen Wetterintegration kann er sich auch irgendwie nur noch kurz verabschieden und das war es dann auch schon wieder.

Am Ende kündigt er ein Eisbärbaby an (der alte Tiertrick) kniet sich auf den Boden und fleht (!) in die Kamera “Ich brauche jeden Zuschauer!”, was eher peinlich als lustig kommt.

Was war sonst noch?
Eine “ARD-Krawatte, die offensichtlich auch schon Jauch und Co. tragen “mussten”, Gottschalk aber jetzt an seine Zuschauer verlost. Wer am lustigsten beschreibt, warum gerade er sie unbedingt haben muss, bekommt sie. Zuschauereinbindung also.
youtube-Einspieler, die man längst kennt, wie Heidi Klum bei Gottschalks damaliger RTL-Talkshow, “und ich hab sie entdeckt!”.
Außerdem eine Blondine, die zweimal durchs Bild läuft (hinter einer Glasscheibe) und die Frage aufwirft, ob sie das auf Kommando getan hat.

Ach ja. Interaktiv diesmal eigentlich nur die Frage eines Zuschauers per Facebook an Bully, die von der Redaktion auf den Flatscreen ins “Wohnzimmer” gebeamt wurde. Anscheinend gab es während der Sendung schon “1.600 Klicks”, was auch immer Thomas Gottschalk damit gemeint hat.
Für eine als interaktiv angekündigte Sendung war das heute Abend viel zu wenig. Natürlich nicht nur diese Klicks, sondern die Einbindung der Zuschauer.

Ansonsten war das Ganze für mich eher eine gute Radiosendung, ein wenig zu Ego-mäßig vielleicht. Fürs Fernsehen aber auf jeden Fall zu wenig. Klar, so etwas muss sich erst entwickeln. Sagt man so, aber stimmt ja auch. Thomas Gottschalk sehe ich wirklich sehr gerne, schon immer. Weil er spontan und daher lustig ist. Er kann halt am besten, wenn er improvisiert.
Vielleicht sollte er sich also gar nicht wirklich so gut vorbereiten, denn er darf ruhig ein wenig “chaotisch” und dadurch funny sein, so wie diesmal, als er nicht wusste, wann “Der Schuh des Manitu” ins Kino kam. “Das war doch 1981.”  Natürlich war es 2001.

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iPad – die ersten 24 Stunden

by Frank on 9. Juni 2010

So, nun ist das gute Teil also gestern gekommen. Per UPS. Losgeschickt aus Prag – sagt zumindest die Versandbestätigung.
Im kleinen Karton, den mir der UPS-Bote Mittags ins Haus gebracht hat. Eigentlich so klein, das man sich wundert. Irgendwie hätte ich mir die Verpackung größer vorgestellt. Muss dazu sagen, dass ich mir das iPad extra vorher nicht in real angesehen habe. Wollte mich mehr oder weniger überraschen lassen, weil ich das immer cooler finde. Ne Auspackzeremonie ist deshalb so gut, weil man nicht genau weiß, was dabei alles zum Vorschein kommt. Das gehört doch zur “Apple-Religion” und wir “Jünger” wollen das so. Oder etwa nicht!?

Nun gut, mehr als das iPad, das Ladekabel und eine kleine Kartonseite mit den ersten Schritten kommt dann auch nicht raus, aus der kleinen Box. Aber wenn man das iPad erst einmal in der Hand hat, achtet man sowieso auf nichts anderes mehr. Das Ding ist schon saucool! Wunderbares Design, genau die richtige Größe und eine stabile Haptik. Bisschen schwer vielleicht, aber passt schon. Wird die meiste Zeit eh auf den Beinen oder dem Tisch angelehnt werden.

Nach dem Einschalten kommt dann gleich der Hinweis, dass man das iPad mit iTunes synchronisieren soll. Also ran an den iMac und ab zum Erstsync. Das geht wie gewohnt und bei anderen iGeräten auch. Man stellt ein, welche Songs, Fotos, Filme, Videos, etc. synchronisiert werden sollen; ob man seine Kalender-, Notiz- und Kontaktdaten abgleichen will, etc. Nach dieser ersten Synchronisierung kann man das iPad dann mal bewundern.

Supergeiles Display, super Bild. Sehr kontrastreich, farbenreich und hell. Besser als erwartet. Sofort macht man sich dann ans Ausprobieren. Und das geht dann auch von ganz alleine. Eine Anleitung braucht man wirklich nicht. Zumindest nicht, wenn man schon mal irgendein iGerät benutzt hat. Man stellt ein wenig an den Einstellungen herum und entdeckt dabei auch die “Bilderrahmen”-Funktion. Damit lassen sich Fotos als Diashow anzeigen und das iPad ist der wohl beste digitale Bilderrahmen ever ;o) Könnte mir echt vorstellen, dass es bereits Einige gibt, die dekadent genug sind, sich ein paar iPads nur der Bilderrahmen-Funktion wegen kaufen und sie dann an die Wand hängen ;o)

Schnell schaut man dann auch im App-Store vorbei. Schaut, welche Apps es für das iPad gibt. Und auch der iTunes Store, sowie der App-Store machen auf dem iPad richtig Laune. Shoppen 3.0 ;o) Hab mir dann auch gleich mal den Pinball HD geholt und die Marvel-App entdeckt. WOW. Damit macht Comic-Lesen aber mal wieder richtig Spaß! Man kann sich die Seiten komplett anschauen, oder von Foto zu Foto wechseln. Der Übergang wird dabei animiert und das schocktz echt total! Es gibt ne Menge an Marvel-Comics – und die Erstausgaben von Hulk, den Fantastischen Vier u.a. Ein paar Hefte gibt es sogar für umme, wie das erste Hulk-Heft.

Der Bookstore ist auch genial. Auch hier gibt es ein paar Bücher umsonst. Dabei sind Max & Moritz, Der Struwwelpeter – oder auch Winnie the Pooh, das bereits vorinstalliert ist, wenn man sich die Bookstore-App lädt. Die Bücher, die es aktuell dort gibt, scheinen mir noch recht teuer, aber da ist sicher auch die Buchpreisbindung schuld, oder!? Die kostenlosen Bücher sind aber genau richtig um sich das Ganze einmal anzuschauen und schnell fest zu stellen, dass Bücher lesen echt ne coole Sache auf dem iPad ist. Macht echt Spaß. Ob ich jetzt aber nen langen Roman dort lesen würde, weiß ich noch nicht. Ich denke, dass ich mich eher mit Multimedia-Anwendungen, Lernbüchern, Lexika, etc. dort anfreunden kann.

Tja, mein erstes Fazit: Man will es wirklich erst einmal nicht mehr aus den Händen geben. Probiert viel aus, schaut sich ein paar seiner iPhone-Apps darauf an, Filme natürlich – und Fotos. Surft, shoppt und freut sich ;o) Lediglich die Fingerabdrücke trüben (ein wenig im wahrsten Sinne) die ersten Eindrücke. Ein Spray und ein Microfaser-Tuch sollte man also auf jeden Fall immer mal wieder einsetzen ;o)

Ach so: Ich hab mir ein 3G gezogen und mir ne Telekom-Prepaid-Micro-SIM dazu bestellt. War aber irgendwie klar, dass die Aktivierung nicht klappt. Weder online, noch mit dem doofen Telefoncomputer, zusammen mit dem Journalisten-Service der Telekom oder der Aktivierungszentrale. Aber das ist eine andere Geschichte… ;o)

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Damals…

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by Frank on 6. März 2010

als es noch geile Privatradios in Stuttgart und Reutlingen gab.

Wer erinnert sich noch an Bernie Bernthalers Hithouse-Radio, das im Frequenzsplitting mit Stadtradio Stuttgart auf der 107,7 gesendet hat?

Dort konnte man damals u.a. Achim Glück hören, der dann später auch bei Antenne 1 war. In Reutlingen gab es Radio Neufunkland – mit nem Ortsschild als Senderlogo – die teilten sich ne Frequenz mit dem dortigen RT4. Tja, dieses Splitting führte dann später auch leider dazu, dass die Rundfunklandschaft neu sortiert, oder besser: aussortiert wurde und am Ende nicht wirklich viel Gutes übrig blieb.

Damals gab es ja auch noch RTL Radio, die in Stuttgart und Reutlingen sendeten. Aus RTL Radio Stuttgart hätte Großes für Baden Württemberg werden können. Hätte…
Dazu aber später hier mal mehr!

Jedenfalls sendete aus den wunderbaren Stuttgarter Räumen in der Heusteigstraße u.a. auch Radio Resonanz. Ein Stuttgarter Sender, der zur Nanz-Gruppe gehörte und sich die Frequenz, klar, teilte – und zwar mit Antenne 1. Damals hab ich dort nen kleinen Mix gemacht, der ursprünglich als Insider gedacht war, weil Kollegen darin vorkamen. Aber klar dass das Ding dann On Air ging ;o)
Laaaange ist es her. Lange verschüttet auch dieser Mix. Bis HEUTE, denn jetzt darf er seine Premiere im Internet feiern (grins!).

Also.. Viel Spaß beim “Radio Resonanz-Mix” – und gerne Feedback ;o)

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Da freut man sich auf den Start der öffentlich-rechtlichen HD-Ära und dann das: Auftaktsendung zur Winterolympiade und als erster Beitrag die Todesfahrt des jungen Rennrodlers aus Georgien. Die News war ein paar Stunden vorher bekannt. Fotos hatte ich auch schon im Web und bspw. bei n-tv gesehen. Aber das Echtbild dazu? Off-Ton in etwa: “Ein junger Rodler freut sich auf seine erste Olympia-Teilnahme…” und die Nahaufnahmen seines Gesichtes unterm Helm beim Start wenige Sekunden vor seinem Tod. Die ARD zeigt ein paar Sequenzen der Fahrt und dann seinen Crash im Ziel, samt Abflug gegen den Stahlträger. Mir jedenfalls hats gereicht, um sofort eine email zu schreiben:

“DANKE liebe ARD!

Wer bitte hatte die Verantwortung für die Ausstrahlung des Beitrags über den tödlich verunglückten Rodler in der Eröffnungssendung zur Olympiade!? Klar werden wir Zuschauer in den kommenden Tagen von dieser Szene in den Medien nicht verschont bleiben, aber muss es sein, dass die öffentlich-rechtliche ARD zur Auftaktsendung (und das auch noch in HD!) diese Aufnahme im BEWEGTBILD zeigt!? Andere Sender haben das gefühlvoller mit Fotos umgesetzt. Ihr Redakteur nur peinlich boulevardesk mit den Nahaufnahmen eines “jungen Sportlers, der zum ersten Mal bei einer Olympiade dabei ist” und dann in den Tod fährt! Da hat ja nur noch die Zeitlupe gefehlt!

Bei aller Wichtigkeit solcher Nachrichten. Die Umsetzung machts! Und die war in diesem Fall mehr als pietätlos! SO NICHT!”


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Mal anfangen…

by Frank on 24. Januar 2010

mit dem Bloggen. Warum? Neugierde. Zuallererst. Auf mich selbst und meine Skills. Darauf, was das wird. Wo dies hinführt. Was schreibe ich hier, das auch Andere interessiert? Es soll ja schließlich kein langweiliges Diary werden, sondern auch etwas bieten, das gelesen werden will. Nicht nur von mir selbst, von meinen Kollegen, Bekannten und Freunden – sondern möglichst von anderen Interessierten darüber hinaus. Hier soll über neue Projekte geschrieben werden, über News aus der TV-Welt, über Skurrilitäten, Gadgets und noch so viel mehr, das mir auffällt, mich interessiert – und von dem ich denke, dass es auch Euch interessiert. Und dann bin ich gespannt, ob ich dieses WordPress-Ding schnalle. Aber das haben ja schon ganz andere geschnallt, also mal schauen. Was das hier wird – und ob es was wird. Eins ist klar: Kommentare erwünscht. Damit das nicht ganz so einseitig ist ;o)

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